Dank der Hilfe der Truppen von Napoleon konnte sich Richterswil während der französischen Revolution von der Herrschaft der Stadt Zürich befreien und wurde eine eigenständige Gemeinde mit dannzumal 2463 Einwohnerinnen und Einwohnern. Einige Jahre später wurde Richterswil dem Bezirk Horgen zugewiesen.
Im Jahre 1848 kaufte Richterswil für 100 Schweizer Franken die Insel Schönenwirt in der Bucht zwischen Richterswil und Bäch (die kleinste der drei Zürichseeinseln Ufenau, Lützelau und Schönenwirt) vom Kloster in Einsiedeln. Der historische Kaufbrief wurde im Gemeindearchiv aufbewahrt. Aufgrund ihrer Ufernähe erreicht man sie in wenigen Minuten per Boot oder schwimmend. 1873 erhielt Rudolf Zinggeler-Syfrig (1819-1897, Seidenfabrikant) die Nutzungsrechte des Mülibaches für den Antrieb seiner Zwirnereimaschinen. Oberhalb Richterswil entstand durch Aufstauung des Mülibaches der Sternenweiher. Eine zwei Kilometer lange Druckleitung führte das Wasser bis zum Zürichsee hinunter wo es in der Zwirnerei Zinggelers eine Wasserturbine antrieb. Zur Belustigung und als Symbol der Industrialisierung liess der Fabrikant an Festtagen, wie der 1. August, das Wasser durch eine Düse emporsteigen. Ein Springbrunnen mit einer Höhe von 80-85 Meter entstand. Diese Fontäne galt lange als die höchste des Kontinents. 1972 wurde die Kraftanlage ausser Betrieb gesetzt und damit auch die Fontäne. Dank einem neu gegründeten Komitee wird die Fontäne am 8./9. Dezember 2007 wieder zum Leben erweckt werden.
| 1893 | wird das Spital Richterswil erbaut, welches seit 1994 als anthroposophische Klinik (Paracelsus Spital) geführt wird. |
| 1905 | wird die neue reformierte Kirche, 1914 die katholische Kirche eingeweiht. |
| 1975 | wird der historische Dorfkern von Richterswil als schützenswert erklärt. |